Derzeit gehört der Begriff „Keto“ im Zusammenhang mit Ernährung zu den absoluten Trendbegriffen, wenngleich sich viele, auch widersprüchliche, Informationen dazu finden lassen. Doch was versteht man eigentlich genau unter der ketogenen Diät und was kann sie?

Generell kann man sagen, dass die ketogene Ernährung grundsätzlich gesund ist. Bei der Ketose an sich handelt es sich nämlich um einen natürlichen und physiologischen Stoffwechselzustand, bei dem Fett statt Zucker als Energiequelle genutzt wird. Allgemein kann man die Ketose daher auch als Fettverbrennung bezeichnen. Die Ketose ist sogar lebenswichtig.

Die Bedeutung der Ketose in der Geschichte

In der Geschichte der Menschheit mussten Menschen immer wieder lange Hungerperioden überstehen und diese wären ohne die Ketose nicht zu überleben gewesen. Gleichzeitig bestätigen bestimmte Tatsachen, dass Keto gesund und natürlich ist. So werden beispielsweise Babys im Stoffwechselzustand der Ketose auf die Welt gebracht. Ketogene Ernährung wird sogar bei vielen Erkrankungen als Therapie eingesetzt.

Ketose baut Körperfett ab

Grundsätzlich beziehen wir unsere Energie aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Der Körper nutzt dafür bevorzugt Kohlenhydrate. Denn Zucker in Form von Glukose wird aus Kohlenhydraten gespalten und gilt als schnell verfügbare Energie. Fett dagegen ist aus Sicht des Körpers eine Langzeitreserve, die er für schlechte Zeiten „aufbewahrt“.

Sobald sich der Zuckeranteil im Blut erhöht, wird Insulin ausgeschüttet, um den Blutzucker wieder zu senken. Dieser wird dabei aus dem Blut zu den Zellen gebracht und in selbige eingeschleust. Ein Teil des Zuckers wird dabei in Energie umgewandelt, der Rest zu Fett. Das heißt, dass Körperfett aus Kohlenhydraten, statt aus Fett entsteht.

Die Ketose sorgt also für den Fettabbau, indem das Körperfett aufgespalten und zu Ketonkörpern umgewandelt wird. Diese gelten als gleichwertige, teils sogar bessere Energieträger als Zucker. Sie versorgen die allermeisten Körperzellen und Energie und können laut aktuellen Studien zahlreiche positive Effekte in unserem Körper auslösen.

Wie kommt man in den Zustand der Ketose?

Kein Wunder, dass die Ketose als natürliches Mittel zur Gewichtsreduktion genutzt wird. Zwar gibt es verschiedene Wege, um in den Zustand der Ketose zu gelangen, wirklich effektiv ist allerdings nur einer: Hungern oder den Körper über längere Zeit einer starken bis extremen körperlichen Aktivität aussetzen. Allerdings setzt die Ketose erst stark verzögert ein, denn zunächst verliert man zwar Gewicht, baut aber vor allem Wasser und Muskeln ab. Ein weiteres Problem ist der gefürchtete Jojo-Effekt, der hier quasi vorprogrammiert ist.

Stattdessen kann man über die ketogene Ernährung ebenfalls in die Ketose gelangen, was wesentlich gesünder ist. Die Lebensmittel auf dem Speiseplan müssen dafür kohlenhydratarm und proteinreich sein. Typisch sind hier Fleisch und Fisch, Käse, Tofu und Eierspeisen, kalorienarme Getränke und ausgewählte Gemüsesorten.

Ebenfalls darf Olivenöl in der ketogenen Ernährung eingesetzt werden. Gleiches gilt für Kaffee, Salz und Süßstoffe, sowie Gewürze. Darüber hinaus empfehlen sich kohlenhydratarme Proteinshakes sowie Functional Food Produkte. Sie sorgen vor allem bei Vegetariern für die Versorgung mit Proteinen.

Tabu sind dagegen jegliche Süßigkeiten, Kartoffeln, Reis, Mais und Pasta, Fruchtsäfte, Alkohol und Brot und Gebäck. Einzige Ausnahme ist das Eiweißbrot. Auch Milchprodukte, ausgenommen Käse, sollten generell deutlich reduziert werden.

Nebenwirkungen der ketogenen Diät

Nach rund zwei bis drei Tagen stellt der Körper bei korrekter Ausführung auf die Ketose um. Während dieser Zeit kann es allerdings zu Nebenwirkungen, wie einem allgemeinen Unwohlsein, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Kopfschmerzen kommen.

Oft werden diese Symptome fälschlicherweise als Ketofieber oder –grippe bezeichnet. Allerdings verschwinden sie meist so schnell, wie sie gekommen sind. Dann produziert der Körper laufend neue Ketonkörper, das jahrelang angesetzte Fett wird jetzt abgebaut und das Gewicht reduziert. Dem Muskelaufbau wirkt man durch die ausreichende Proteinzufuhr entgegen.

Ein wenig ähnelt die ketogene Ernährung dem Fasten, allerdings muss man nicht hungern. Stattdessen kann man Keto als genetisch korrekte Kost bezeichnen.

 

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 16. Juli 2020 um 06:50 Uhr in Gesund leben & ernähren | 173 Aufrufe

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