Auf Wellness komplett bin ich auf die Stress-Studie der Techniker-Krankenkasse (TK) gestoßen, die kürzlich wieder einmal bewiesen hat, wie groß der Druck ist, den viele Menschen hierzulande empfinden. In der Presseerklärung der TK heißt es:

“Acht von zehn Deutschen empfinden ihr Leben als stressig, jeder Dritte steht unter Dauerdruck… Hauptursachen sind Jobstress, finanzielle Sorgen und Ärger im Straßenverkehr. “Stress bestimmt den Alltag in Deutschland immer stärker. Nicht nur im Job, in allen Lebensbereichen stehen wir unter Strom. Kaum jemand kann noch richtig abschalten - und dieses Leben auf Standby macht die Menschen krank”, sagt Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes. Bereits jeder Fünfte leidet unter gesundheitlichen Stressfolgen - von Schlafstörungen bis zum Herzinfarkt.”

Natürlich weiß ich, dass die Zeiten schwierig sind und die äußeren Gründe, in Stress zu geraten, eher zu- als abnehmen. Und doch wundert mich ein wenig, dass die lange schon wachsende “Kultur der Entspannung”, als die man die Wellness-Bewegung auch beschreiben könnte, nicht deutlich mehr zur gefühlten Harmonie im Alltag beiträgt. Woran man das liegen?

Nun, zum einen spielt bestimmt eine Rolle, dass alles Negative eher bemerkt, nachgefragt und berichtet wird als das Positive. Fragt mich jemand nach meinem Stress-Level, fallen mir gewiss eher die zwei Tage in der letzten Woche ein, in denen ich extrem viel arbeiten musste, um einen Termin zu halten - und nicht die drei anderen Tage, in denen es eher entspannt zuging. Neben dieser kommunikativen Bevorzugung der Leidensaspekte des Lebens spielt die Verunsicherung in der Wirtschaftskrise, die Verdichtung der Arbeit und andere äußere Faktoren gewiss die führende Rolle. Sind wir dem allem aber hilflos ausgeliefert? Ganz sicher nicht! Wir können uns “proaktiv” dem zuwenden, was droht (was immer es im persönlichen Leben sein mag) und uns damit als kreativ handelnde Subjekte fühlen, die sich den Herausforderungen der Zeit stellen und nicht erstarren wie die Kaninchen vor der Schlange. Und wir können die vielen Entspannungsmethoden nutzen, die in diesem Blog und vielen anderen Quellen beschrieben werden, um auch in schwierigen Zeiten ein inneres Gleichgewicht zu bewahren, bzw. immer wieder herzustellen.

Was manchmal fehlt, ist der Wille, sich das nun auch wirklich zu gönnen - ganz egal, was da draußen grade für Stürme abgehen mögen. Eine halbe Stunde Yoga, eine schöne Massage, ein entspannendes Wohlfühl-Bad mit schönen Düften, gar ein Wellness-Wochenende oder eine Präventionswoche, die uns rundum wieder fit macht - es gibt vieles, was man tun kann, darunter auch vieles, das sich jeder leisten kann. Aber man muss es wollen, es sich gönnen können! 

Wer das nicht oder zu selten fertig bringt, kann sich vor Augen führen, dass es ja nicht der reine Luxus ist, sich um die eigene Entspannung zu kümmern, sondern eine notwendige Vorsorge, die psychischen und physischen Erkrankungen vorbeugt. Es bringt niemandem etwas, wenn wir es bis zum gefürchteten “Burnout” kommen lassen!  Wer auch im stressigsten Alltag das eigene Befinden nicht aus den Augen verliert, tut nicht nur etwas für sich, sondern auch für das nachhaltige Funktionieren des Ganzen.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 09. Juni 2009 um 08:04 Uhr in Warum Wellness? | 3565 Aufrufe

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