Kürzlich habe ich festgestellt, dass der Holunder blüht. Ein wenig spät vielleicht, aber so ist das, wenn man in der Stadt wohnt. Manches kommt hier früher, anderes dagegen etwas später in Fahrt. Und der Holunder ist wohl ein Vertreter der letzten Gruppe. Jetzt aber sind sie an der einen oder anderen Ecke unüberriechbar, die duftigen Dolden.

Holunderbüsche sind anspruchslos und siedeln sich ganz von selbst überall an. Man könnte von Wildwuchs reden, doch nicht nur die Vögel, auch die Menschen lieben sie. Dabei ist sicher nicht nur der wunderbare Duft von Bedeutung oder dass die Büsche einfach hübsch anzusehen sind. Vor allem die Verwendbarkeit von Holunder ist ungemein vielfältig, und nicht zuletzt handelt es sich bei Holunder um eine Heilpflanze. “Hollerküchel und Fliederbeersuppe, Holunderblütensirup oder -saft, Holundermus, Holunderkuchen oder -tee - der vollkommen anspruchslose Holunderbusch gehört zu den wahren Geschenken der Natur. (Frankenpost)

In der Gegend von Tübingen ist die Holunderblütenernte seit Anfang Juni in vollem Gang. Gepflückt wird wild, also alles, was erreichbar ist. Es werden jedoch keine Privatgrundstücke betreten oder gar Äste abgerissen. Die locker gelagerten Blüten werden anschließend in einen ehemaligen Tanzsaal transportiert und dort weiterverarbeitet. Ziel ist es, unter Zugabe von Zucker, Essig, Zitronensäure und Zitronensaft das erfrischende Holunderblütensirup herzustellen. Die genaue Rezeptur wird geheim gehalten, und verkauft wird das exklusive Produkt auch nur in der Gegend von Tübingen und Stuttgart.

Im Netz lassen sich aber Anleitungen finden, nach denen man es auch einmal selber versuchen kann: “Man benötigt einen sehr großen Topf, ein weiteres großes Gefäß, ein grobes und ein feines Sieb, einen Trichter, saubere, leere Flaschen und saubere Verschlüsse dazu, 2 l Wasser, 4 kg Zucker, 110 g Zitronensäure, zuerst 40 große, saubere Blütenstände, nach 2 Tagen noch einmal 40 weitere Blütenstände.”

Und sogar als Zutat für erfrischende Sommerdrinks steht Holunderblütensirup inzwischen fest auf dem Plan. Zum Beispiel beim French Garden Martini: Wodka, Holunderblütensirup und frische Gurke. Gurke! Sie gibt dem Cocktail das gewisse Etwas - und auf diese Weise kommen sogar Menschen, die keinen Salat mögen, auf stilvolle Art zu Vitaminen.

 

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Freitag, 12. Juni 2009 um 14:33 Uhr in Gesund leben & ernähren | 3637 Aufrufe

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