Yoga kann heute vieles sein:  Kraft- und Koordinationstraining, Atemschule, Einstieg in eine Meditationspraxis, schlichte Gymnastik, aber auch Lebensstil, Erkenntnisgewinn, Persönlichkeitsentwicklung und Mittel der Selbstverwirklichung. Weniger bekannt ist dagegen Yoga als Therapie, bzw. als Therapie-begleitende Methode, durch Herstellung innerer und äußerer Balance, Gesundheit wieder herzustellen. Yoga integriert Geist, Körper und Atem, wobei verschiedene Übungen ganz bestimmte innere Organe ansprechen und regelrecht “massieren”, in anderen Übungen werden die Drüsen aktiviert, was wir zum Beispiel als spontane Hitze erleben,  die wiederum auf verschiedene Bereiche “gelenkt” werden kann.

Therapeutischer Yoga ist mit dem Ayurveda, der indischen Lehre vom gesunden Leben sehr verbunden. Ähnlich dem Chi in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) kennt Ayurveda eine Lebensenergie namens “Prana”, die durch bestimmte Energiebahnen des Körpers (Nadis) fließt.  Dieser Energiefluss kann stark oder schwach sein, oder sich auf bestimmte Weise stauen, was zu Beschwerden und Krankheiten führen kann. Therapeutischer Yoga trachtet danach, diese Blockaden aufzulösen und das gestörte Körpersystem wieder zu harmonisieren. Man arbeitet also mit den Selbstheilungskräften, die natürlich durch eine entsprechende Ernährung noch weiter unterstützt werden können.

Wer sich für die heilenden Aspekte des Yoga interessiert, findet im Web mittlerweile etliche informative Seiten: Etwa das Yoga-Therapie-Portal der Yoga-Vidja-Schule, das u.a. Yoga-Übungen mit therapeutischem Bezug auflistet, sortiert nach Anwendungsgebieten und Beschwerden. Auch ein Forum, in dem man Fragen nach der passenden Übung stellen kann, fehlt nicht. Eine weitere gute Beschreibung des therapeutischen Yoga gibt Daya Mullins, Leiterin der Heilprakiker- und Yoga-Schule “Weg der Mitte”. Wer lieber ein Buch liest, dem sei das Werk von Sigmund Feuerabendt “Heilen mit Yoga. 100 Übungen aus der Yogatherapie für ein gesundes Leben” empfohlen: Feuerabendt ist ein berühmter Yogalehrer, Schüler und Nachfolger von Boris Sacharow, dem Begründer des abendländischen Hatha-Yoga, und sogar Wortschöpfer des Begriffs “Yogatherapie”. Welchen Lehrer und welche heilenden Übungen man letztlich auch wählt: therapeutischer Yoga bedeutet eine vertiefte Auseinandersetzung mit sich selbst und keinesfalls bloßes schnelles Wegtherapieren eines Symptoms, wie es unsere westliche Medizin oftmals anbietet.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 16. Mai 2010 um 05:26 Uhr in Weitere Empfehlungen | 2658 Aufrufe

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