Ein bisschen skeptisch bin ich ja schon, wenn ich von “Blitzentspannung” oder gar “Speed-Wellness” lese. Das sogenannte “Tropho-Training” von Dr. Jakob Derbolowsky, seines Zeichens Psychologe und Psychotherapeut, verspricht Enspannung im Alltag, und zwar in Windeseile: Drei mal 60 Sekunden pro Tag sollen reichen - ist das nicht beeindruckend?

Sicher, nicht alle haben Zeit für einen mittäglichen Büroschlaf, der nach neueren Erkenntnissen die Leistungsfähigkeit schon mittels eines 20-minütigen “Nickerchens” wieder herstellt. In seinem Buch “TrophoTraining. So fühle ich mich wohl. ‘Siebenmeilenstiefel’ zu zielgerichteter Entspannung” stellt Dr. Derbolowsky seine Methode ausführlich vor, die (so kommt es mir jedenfalls vor) aus mehreren bekannten Quellen schöpft, bzw. diese zu einem äußerst kurzen “Entspanungscocktail” verbindet:  Autogenes Training, Meditation, Visualisierung und Affirmation.

Die Übungen sind letztlich sehr einfach: man setzt sich hin, konzentriert sich auf den Atem und nimmt diesen als Energiequelle war. Dann lässt man vor dem inneren Auge eine Waagschale auftauchen, die die Ausgleich zwischen den eigenen Rechten und denen der Umwelt symbolisiert - und bringt sie in der Vorstellung ins Gleichgewicht. Es folgt die aus dem Autogenen Training bekannte Autosuggestion “Ich bin ganz ruhig”, die mittels mehrmaliger Wiederholung innere und äußere Gelassenheit bewirken soll. Es folgt die Konzentration auf bestimmte Körperteile, die Wahrnehmung von Herzschlag und Blutfluss, für deren Funktionieren ein Gefühl der Dankbarkeit empfunden werden soll. Den Abschluss bilden Affirmationen wie “Mein lieber Leib, du bist strömend warm!”  und “Ich liebe und akzeptiere mich, so wie ich bin!”.

Ich glaube durchaus, dass eine solche “kurze Besinnung” ganz gut in den Alltag eingebaut werden kann und auch eine entspannende Wirkung hat. Das Medizin-Magazin Lifeline schreibt dazu: “Dass Derbolowskys Tropho-Training tatsächlich zur Entspannung beitragen kann, liegt aus medizinischer Sicht an den Atem- und Entspannungsübungen, die für eine vermehrte Sauerstoffzufuhr sorgen und die Durchblutung anregen. Über den geistigen Hintergrund, der in Seminaren und mittlerweile sogar an Volkshochschulen vorgestellt wird, muss sich dann jeder Interessierte sein eigenes Urteil bilden.” Dabei will ich es dann auch lieber belassen!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 23. Februar 2010 um 10:21 Uhr | 5752 Aufrufe

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