Auch in Zeiten schneller Internetverbindungen ist das alte Leiden nicht aus der Welt: man klickt auf eine Webseite und es dauert schon mal eine gefühlte Ewigkeit, bis man endlich alle Inhalte zu Gesicht bekommt. Klappt der Zugriff problemlos, geht das Elend oft weiter, denn nicht immer findet man leicht, was man sucht. Das ist nicht nur lästig und verzögert den Fluss des Surfens, es verursacht auch nachweislich Stress.

Eine im Auftrag einer IT-Firma (CA) durchgeführte Studie an der Glasgow Caledonian Universität ergab, dass die Probanden während unfreiwilliger Wartezeiten deutliche Stress-Symtome zeigten. Sie regten sich auf, wenn etwas nicht klappte, bzw. nicht zügig so funktionerte, wie sie es erwarteten Es wurden Hirnwellenmessungen und Verhaltensanalysen durchgeführt, also Mimik, Gestik und Bewegungen der Tester gefilmt und ausgewertet. Solche Methoden der Untersuchung werden mittlerweile als sogenanntes “Neuro-Marketing” des öfteren eingesetzt, doch hat es zum Thema Web-Stress schon ein Jahr zuvor eine große Befragung mit 1000 Arbeitnehmern aus fünf europäischen Ländern gegeben, die zum selben Ergebnis kam. Computerwoche online berichtet dazu: “Etwa Dreiviertel der Befragten gaben an, mangelnde Web Performance führe zu Zeitverlust und beeinträchtige ihre Produktivität. 57 Prozent der Befragten ärgerten sich über lange Antwortzeiten und 39 Prozent betonten, dass ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz darunter leide, wenn Web-Anwendungen nicht fehlerfrei funktionieren. Schätzungen der Europäischen Kommission beziffern die Produktionsverluste in der EU aufgrund des Web-Stress auf 20 Milliarden Euro jährlich.”

Es wundert nicht, dass hier vor allem der wirtschaftliche Schaden gesehen wird. Und dass eine IT-Firma, die eine solche Studie in Auftrag gibt, dies nicht Interessen-frei tut, ist auch zu vermuten. Dennoch bestätigen die Studien ja etwas, was wir alle nur zu gut kennen: es nervt, wenn man sich auf Webseiten verheddert, wenn Suchvorgänge ins Leere gehen oder der Bestell- oder Buchungsprozess nicht reibungslos funktioniert. Es wäre zu wünschen, dass es eine Kennzeichnung gäbe: ein Label, mit dem sich solche Shops und Seiten schmücken dürfen, die durch einwandfreie und damit stressfreie Machart glänzen. Individuell können wir uns aber auch wehren: einfach wegklicken, die Konkurrenz ist ja meist nur einen Mausklick entfernt!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 22. April 2010 um 08:22 Uhr in Prävention | 2179 Aufrufe

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