Ich hab’ mich mal kundig gemacht, was es mit der “fünften Jahreszeit” in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) auf sich hat. Anders als in der westlichen Welt gibt es den “Spätsommer” aus dieser Sicht als eigenständige Jahreszeit. Mir leuchtet das spontan ein, denn der Hochsommer mit seinen manchmal extremen Hitzephasen ergibt ein ganz anderes Fühlen und körperliches Befinden als die Zeit ab Mitte August, wenn es wieder deutlich kühler und wechselhafter wird. Die 5. Jahreszeit ist dem Element Erde zugeordnet:  es ist die Zeit der Ernte und sie repräsentiert - analog gedacht - den Wandel.

Das wundert nicht, denn diese Jahreszeit (bei uns: Altweibersommer) ist eine wichtige Übergangszeit in der Natur. Im Frühling und Sommer dominiert die Yang-Energie, die Wärme und Wachstum, Lebendigkeit und Freude bringt. Im Herbst und Winter, der Yin-Periode des Jahres, überwiegen die Kräfte der Dunkelheit und bewirken Rückzug, Stille und Konzentration auf das Wesentliche. Dazwischen liegt die Erde, der Ausgleich zwischen Yin und Yang, die Mitte.

Wir stehen also jetzt genau am Scheitelpunkt, an dem das Yan ins Yin umschlägt. Jetzt kommt es darauf an,  gut “geerdet” zu sein und mit beiden Beinen mitten im Leben zu stehen.  Menschen mit einer gesunden Erde, so heißt es, sind innerlich ausgeglichen und fühlen sich in diesem Leben zuhause und geborgen. Ist das Erde-Element dagegen im Ungleichgewicht, fehlt diese innere Gelassenheit und man spürt eine Sehnsucht nach Zuwendung und Sicherheit, die gerne mit schlichtem Hunger (vor allem auf Süßes) verwechselt wird. 

Wenn ich daran denke, was für einen ungewöhnlichen Hunger auf Speiseeis ich in den letzten Tagen hatte, dann scheint da ja was dran zu sein. Allzu viele Stunden vor dem PC sind halt schlecht für das emotionale Gleichgewicht! Ich werde jetzt sofort aufstehen, das Haus verlassen und einen Spaziergang machen - und statt Eis kauf’ ich mir heute ein Kilo spätsommerliche Pflaumen.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 22. August 2006 um 10:46 Uhr in TCM: Grundlagen | 3800 Aufrufe

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