Nahrungsergänzungsmittel sind hierzulande weit verbreitet und äußerst beliebt. Doch was bringen die angeblich vorbeugenden Mittelchen tatsächlich? Die Idee, durch die Einnahme verschiedener Mittel den unterschiedlichsten Krankheiten vorzubeugen, ist an und für sich nicht schlecht. Viele der Mittel halten aber nicht das, was sie versprechen.

Beispiele dafür gibt es viele, wie etwa die Cholesterinsenker. Sie sollen helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Das klingt vernünftig, können hohe Cholesterinwerte doch dafür sorgen, dass Gefäße verstopfen und somit ein Herzinfarkt hervorgerufen wird. In einer großen Studie wurde das Ganze untersucht: 65.000 Patienten, die völlig gesund waren und lediglich einen hohen Cholesterinspiegel aufwiesen, bekamen jeweils hälftig echte Cholesterinsenker und Placebos verabreicht. In beiden Gruppen gab es gleich viele Todesfälle. Das zeigt, dass Cholesterinsenker nur dann etwas bringen, wenn beim Patienten bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorliegt.

Auch die Altersdemenz soll mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln behandelt werden. Besonders die B-Vitamine und die Blätter des Gingko-Baumes kommen dafür zum Einsatz. Fakt ist: Ginkgo kann die Durchblutung im Körper fördern und somit auch im Gehirn. Die alternative Medizin nutzt Ginkgo schon seit langem als wichtiges Heilmittel. Die B-Vitamine versorgen das Gedächtnis. Studien, die die Wirksamkeit der beiden Präparate untersucht haben, kamen bisher aber zu keinem eindeutigen Ergebnis.

Die Vitamine A, C und E sind die wichtigsten, wenn es um vorbeugende Wirkungen geht. Sie sollen unter anderem vor Krebs und Herzinfarkt schützen. Im Körper bilden sich aggressive Moleküle, die auch als freie Radikale bekannt sind. Sie können gesunde Zellen angreifen und so Krebs verursachen. Die Vitamine sollen diese freien Radikalen einfangen und unschädlich machen. Zumindest in den Laborversuchen klappte das auch prima. Die Vitaminpräparate wurden daraufhin an 200.000 Probanden ausgetestet. Das Ergebnis. Die Vitaminpräparate erhöhten das Risiko für einen vorzeitigen Tod sogar noch.

Auch Aloe Vera gilt als Wunderwaffe, insbesondere gegenüber Alterserkrankungen. Korrekt ist: Äußerlich angewendet, als Creme, kann die Aloe Vera ihrem Ruf gerecht werden, da sie die Haut optimal pflegt. Innerlich angewendet wirkt sie vorwiegend als Abführmittel. Wissenschaftliche Studien zu dieser Pflanze gab es nur wenige bisher, diese ergaben aber, dass ein Schutz vor Alterserscheinungen schlicht nicht gegeben war.

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Montag, 27. Februar 2012 um 07:20 Uhr in Gesund leben & ernähren | 1781 Aufrufe

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