Manchmal verfolgt mich ein Thema, über das ich im Wellness-Blog schreibe, über eine längere Zeit. Insbesondere dann, wenn sich rund um eine Streitfrage eine Kontroverse entwickelt, die es schwer macht, so etwas wie “die Wahrheit” noch zu erkennen.


Der aktuelle Anlass:  In der Gesundheitssendung “Qui Vive” des RBB vom letzten Mittwoch wurde ein ausführlicher Beitrag zum Thema Vitamin-D-Mangel gesendet, in dem auch Experten zu Wort kamen.  Was berichtet wurde, ist das, worüber zur Zeit große Einigkeit besteht: Ja, es stimmt, dass in unseren Breiten in den Monaten November bis März nicht genug Vitamin D durch Aufenthalt an der Sonne gebildet wird. Daraus ergibt sich ein Vitamin D-Mangel, insbesondere zum Ende des Winters, der für die Gesundheit problematisch ist. Denn Vitamin D ist z.B. daran beteiligt, wie wir Kalzium einlagern. Im RBB-Beitrag heißt es dazu: “Vor allem bei Frauen in der Menopause kann eine Vitamin-D-Unterversorgung das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) erhöhen. Neue wissenschaftliche Untersuchungen bringen einen Vitamin D-Mangel nun auch mit anderen Krankheiten wie beispielsweise Herz-Kreislauferkrankungen oder Brustkrebs in Verbindung. “


Der anwesende Experte und Naturheilkundler Dr. Rolfdieter Krause empfahl “ausnahmsweise” die Einnahme von Vitamin D in Pillenform (man muss sich aber über die Dosis beraten lassen!!!). Dann war der Beitrag auch schon zu Ende, doch ganz am Schluss beglückte der Moderator das Publikum noch mit dem (hier aus dem Gedächtnis zitierten) abschließenden Satz: “Sonnenbänke bringen da übrigens gar nichts, das können Sie sich schenken!“Na sowas! Ich war einigermaßen perplex, dass nach einer insgesamt so informativen Sendung ein derart plakativer Satz mit Handlungsempfehlung fiel, und zwar ganz ohne irgendwelche Begründungen. Die Kontroverse um die Wirkung von Solarien in diesem Zusammenhang ist mir nicht neu - ich war selber zuerst dem Reflex verfallen, die Infos von Seiten des Solarium-Verbands kritisch zu betrachten, da von dieser Seite ja zu erwarten ist, dass man das Loblied auf die Sonnenbänke singt.

Angeregt durch das seltsam feindselige und unsachliche Statement des RBB-Moderators forschte ich nun noch einmal nach, WAS EIGENTLICH der Grund ist, dass man in einer Art “medialer Mehrheitsmeinung” die Solarien als nutzlos in Sachen Vitamin D ansieht.  Soweit es dafür sachliche Gründe gibt, erklärt sich das damit, dass das benötigte Vitamin D3 vor allem durch die UVB-Strahlen der Sonne erzeugt wird, wogegen lange Zeit in den Solarien vornehmlich UVA-Strahlen zur Anwendung kamen. Ein klares Killer-Argument, wenn es denn stimmt.

Allerdings schreibt der Bundesfachverband Solarien und Besonnung e.V. dazu: “Moderne Solarien verfügen über einen ausgewogenen UVA/UVB-Mix (und können je nach Bräunungsziel eingesetzt werden), der der Zusammensetzung der natürlichen Sonnenstrahlen bei vielen Geräten ähnlich ist. Entsprechend kann die UV-Bestrahlung in Sonnenbänken in gleicher Weise die Vitamin-D-Synthese anstoßen.”

Das Wörtchen “kann” lässt mich wieder zögern, dies nun als gesicherte Tatsache anzusehen. Gleichwohl ergab eine kurze Suche im Web, dass etwa der Hersteller Ergoline sogar ein spezielles Vitamin D3 Solarium anbietet, das in seiner Strahlenzusammensetzung vordringlich auf die Vitamin D3-Bildung und erst nachrangig aufs Bräunen ausgelegt ist.


Fazit aus alledem: Wer ins Solarium geht, sollte sich in jedem Fall über die Sonnenbank informieren, um nicht auf einem veralteten Gerät nur UVA abzubekommen. Mit einem “modernen Strahlen-Mix” KANN es dann sein, dass das Sonnen tatsächlich der Vitamin D-Bildung nützt.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 08. März 2009 um 09:22 Uhr in Wellness: Empfehlungen | 4800 Aufrufe

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