Mein Yoga-Lehrer erzählte gerne die Geschichte vom muskelbepackten Bodybuilder, der eines Tages zu ihn kam, um mal Yoga zu probieren. Der glaubte, dass er Yoga ganz sicher mit links schaffen würde, da er gewohnt war, sehr hart und bis an die Kraftgrenze zu trainieren - und ein bisschen überheblich hat er sich deshalb auch benommen. Seine Arroganz erfuhr allerdings einen kräftigen Dämpfer, als der Lehrer ihm die einfache Aufgabe stellte, aus der Rückenlage heraus das linke Bein zu heben - und zwar ausgestreckt und ganz ganz langsam, Millimeter für Millimeter. Der starke Mann kriegte das nicht hin, ihm kamen sogar die Tränen, denn er konnte nicht fassen, dass ihm all seine toll “definierten” Muskeln hier nichts halfen.

Der Grund dieses Versagens war, dass der neue Schüler zwar die oberflächlichen Muskeln trainiert hatte, nicht aber die Tiefenmuskulatur, auch “Skelettmuskulatur” genannt. Diese Muskeln waren bei ihm sogar extrem schwach geworden, weshalb er nicht mal die so simpel erscheinende Beinhebe-Übung schaffte. Viele Yoga-Übungen kräftigen diese Muskeln, was für die Koordination, die gute Haltung und einen gesunden Rücken sehr wichtig ist. Klassisches Bank-Drücken und andere eindimensionale Bodybuilding-Übungen bringen da nichts.

Auf dieses Defizit des klassischen Krafttrainings ist die Szene der Fitness-Trainer in den letzten Jahren allerdings zunehmend aufmerksam geworden: es entstanden Übungssysteme wie Pilates und Callanetics, die gezielt die Tiefenmuskulatur trainieren. Und weiter gibts mittlerweile viele Workouts, die unter dem Namen “Core-Training” ebenfalls die Skelettmuskulatur kräftigen. Dazu gehören auch die tiefen Bauchmuskeln, weshalb man die Übngen auch oft im Rahmen sogenannter “Bauch-Weg-Programme” antrifft.

Bei BRIGITTE findet sich ein gut bebildertes Core-Trainingsprogramm zum ausprobieren: 10 Übungen für Einsteiger und zehn für Fortgeschrittene. Eine andere Version aus 9 Übungen sieht man auf Wecarelife.at. Und weil Filme mehr zeigen als 1000 Worte sagen können, lohnt auch eine Suche auf You-Tube mit dem Begriff “Core-Training”. Achtung: die Übunge wirken oft sehr einfach, haben es aber in sich! Und vor allem: sie müssen sehr akkurat ausgeführt werden,  denn es dreht sich viel um kleine Bewegungen, die nur bei sehr präziser, langsamer Ausführung auch ihre Wirkung entfalten.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Samstag, 09. Januar 2010 um 10:03 Uhr | 5965 Aufrufe

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