Den Jo-Jo-Effekt kennen wir alle - wenn nicht aus eigener schmerzlicher Erfahrung, so doch aus den Medien, die seit Jahren vor dem unangenehmen Effekt drastischer Diäten warnen: Kaum ist die Diät-Phase vorbei und man hat erfolgreich abgespekt, geht die Anzeige auf der Waage wieder hoch. Oft genug erreicht sie einige Zeit nach Ende der Diät einen höheren Wert als zuvor. Abgesehen vom “wieder normal essen” ist eine Umstellung des Stoffwechsels der Grund dafür. Wikipedia schreibt über den Jo-Jo-Effekt: “Der Körper passt sich an die niedrige Kalorienzufuhr an und schaltet auf „Sparflamme“, um sein Überleben zu sichern. Zum anderen wird neben Fett auch Muskelgewebe abgebaut. Da es sich hierbei um Gewebe handelt, das permanent (auch in körperlicher Ruhe) Energie verbraucht, sinkt bei einer Reduktion von Muskelgewebe auch der Grundumsatz. Beide Effekte zusammen sind die Grundlage für eine schnelle Gewichtszunahme, wenn am Ende der Diät die alten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten wieder aufgenommen werden.”

Im Gegensatz zu diesem physiologischen Jo-Jo-Effekt gibt es aber noch einen psychologischen, der nur selten irgendwo erwähnt wird, und der auch bei Ernährungsumstellungen, die nicht auf kurzfristiges Abnehmen zielen, eintreten kann. Ich habe das gerade festgestellt, als ich eine deutlich Kohlehydrat-reduzierte Ernährungsweise nach der LOGI-Methode ausprobierte: Schon nach wenigen Tagen bekam ich zunehmend Lust auf Nudelgerichte. Pizza, süße Stückchen - eben auf alles, was ich mir im neuen Speiseplan weitgehend versagte. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nun einerseits “LOGISCH” aß, mir aber andrerseits immer öfter “ausnahmsweise” Kohlehydrat-Speisen gönnte. Zusätzlich! Es wundert also nicht, dass ich eher zu- als abnahm. Ebenso erging es einer Freundin, die nach einer Ayurveda-Kur einen neuen, ayurvedisch inspirierten Speisenplan einzuhalten versuchte: bald aß sie einerseits ayurvedisch, daneben aber auch oft “Heißhunger-mäßig” gerade die Dinge, die eigentlich nicht mehr vorkommen sollten. Im Ergebnis nahm sie deutlich zu!

Mein FAZIT aus diesen Erfahrungen: Ernährungsumstelllungen sind nicht wirklich lebbar, wenn man sie abrupt durchführt. Wir sind in der Regel Gewohnheitstiere und entwickeln bei drastischen Veränderungen verstärkten Appetit auf die Dinge, die nun auf einmal fehlen. Und wer asketisch nicht besonders begabt ist (wie ich), gibt dann schnell auf oder vermengt die alte und die neue Ernährungsweise, was schnell zu mehr Gewicht führt. Umstellungen sollten also eher ganz langsam und allmählich erfolgen: nur so haben wir die Chance, dass die Psyche mir ihren Geschmacksgewohnheiten uns keinen Strich durch die Rechnung macht.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 06. Dezember 2009 um 12:40 Uhr in Gesund leben & ernähren | 3093 Aufrufe

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