In ihrem Lebe-weise-Blog berichtet Claudia Schramm beeindruckend offen über ihr Scheitern an “metabolic balance®”, einem Stoffwechselprogramm zur Gewichtsregulation, das von Ärzten und Ernährungswissenschaftlern entwickelt wurde und entsprechend komplexe Regeln mitbringt. Das strenge Konzept will die Körperchemie mit den individuell passenden Nahrungsmitteln in eine metabolische Balance bringen, wofür zunächst die Blutwerte ermittelt und mittels eines Computerprogramms bewertet werden. Die daraufhin empfohlene Ernährungsweise soll den Hormonhaushalt stabilisieren und speziell die Insulinausschüttung harmonisch regulieren, so dass die Bauchspeicheldrüse entlastet wird und das Gewicht sich normalisiert.

Das hört sich alles sehr wissenschaftlich und fundiert an.  Claudia hat auch sehr engagiert mit dem Programm begonnen, das grundlegende Buch gelesen und einen entsprechend geschulten Ernährungsberater aufgesucht, der ihr die speziell für sie geeigneten Nahrungsmittel auflistete. Doch mit der “richtigen Auswahl” ist es nicht getan: zwischen den Mahlzeiten müssen jeweils fünf Stunden liegen, zudem darf zu jeder Mahlzeit nur jeweils eine Form von Eiweis gegessen werden - und Milch im Kaffee ist verboten! Das war denn auch der Knackpunkt für das Experiment, der Punkt, an dem Claudia nach drei Tagen den Versuch abbrach: “Das hat mich wirklich hart getroffen. Natürlich kann man sich an Kaffee schwarz gewöhnen. Wenn man will.”

Claudia wollte nicht, sondern war nach wenigen Tagen mit den vielen Regeln einem Nervenzusammenbruch nahe. Wie gut ich das verstehe! Eine Diät, die mir den morgendlichen Milchkaffee verbietet, würde ich keine drei Tage durchhalten. Immerhin hat ihr der Versuch die Einsicht gebracht, sich niemals wieder einem derart streng regulierenden Ernährungsplan unterwerfen zu wollen - das ist doch was!  Der “psychische Faktor” ist eben nicht außer Acht zu lassen und komplexe Regeln sind nicht für jeden das Mittel der Wahl. Zwar kann man eine Zeit lang Selbstdisziplin üben, doch wenn die Gebote und Verbote rund um die gewählte Diät die Lebensfreude langsam verschwinden lassen, verschwindet auch die Motivation, dem strengen Plan weiter zu folgen.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Samstag, 15. März 2008 um 04:43 Uhr in Gesund leben & ernähren | 2472 Aufrufe

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Kommentare:

Hallo Christiane!

Recht netten Dank für diesen Artikel, ich möchte nur noch richtigstellen: Die Milch im Kaffe ist nicht grundsätzlich “verboten” - das Verbot resultiert vielmehr aus der Regel “nur eine Eiweiß-Sorte pro mahlzeit” - und wenn ich mich beim Frühstück für Hüttenkäse entschieden habe, dann passt dieser ganz schlecht in den Kaffee, das gibt hässliche Brocken. Ich “darf” schon Milch in den Kaffee tun… dann ist das restliche Frühstück halt vegan (und das find ich auch nicht wirklich prickelnd *grins*).

Claudia am Samstag, 15. März 2008 um 10:05 Uhr

Ich auch nicht! Morgens brauch ich Kohlehydrate für die gute Laune - WENN ich was esse, oft reicht mir auch der Milchkaffe gut aus. :-)

Christiane Bach am Samstag, 15. März 2008 um 10:55 Uhr


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