Seit ich gestern beschlossen habe, drei Kilo weniger zu werden, damit gewisse Kleidungsstücke wieder passen, schreibe ich mir auf, was ich so alles zu mir nehme. Alleine schon das Beobachten und Notieren bewirkt ja ein bewussteres Essverhalten – mal schauen, ob das stimmt! Bis zum Nachmittag waren es heute zwei halbe Baguette-Brötchen (100g) mit Himbeerfruchtaufstrich (12g) und altem Gouda (15g), dazu zwei Cocktailtomaten (20g), eine Essiggurke (15g) und ein Maiskölbchen (12g) aus dem Glas. Und noch ein halbes Mehrkornbrötchen mit 12 Gramm Kalbsleberwurst - ich beobachte ja nur und esse nicht schon bemüht kalorienarm!

Wenn ich schon mitschreibe, kann ich auch gleich ausrechnen lassen, was ich da so an Kalorien zu mir nehme, dachte ich mir. Und bequeme Kalorienrechner sollte es online eigentlich an jeder Ecke geben!

Los gehts: Meinen ersten Versuch mache ich mit dem Kalorienrechner der AOK. In 28 übersichtlichen Rubriken sind die Nahrungsmittel aufgelistet, ich wähle den Bereich „Brot/Brötchen“ und finde auch gleich das Baguette-Brötchen. Aber halt, es wiegt hier 125 Gramm, also glatt 20% mehr als meines! Und leider ist es nicht möglich, andere Mengen anzugeben. Alle Angaben beziehen sich auf vorgegebene Portionen; es klappt auch nicht, das Programm mit „0,8 Portionen“ auszutricksen: nur ganze Zahlen erlaubt… Tja, bye bye AOK, das kann es ja wohl nicht sein!Zweiter Versuch: denutritiv.de bietet einen „Kalorienrechner mit Nährwertberechnung für Ihre Rezepte“. Ein „Rezept“ ist mein Imbiss zwar nicht, doch das kann dem Programm eigentlich egal sein. Ich benutze also den Testzugang, denn extra anmelden will ich mich nicht: wer weiß denn, ob dann nicht mein Postfach mit Angeboten für „alles rund ums Abnehmen“ zugespamt wird?


Zuerst muss ich ein „Rezept anlegen“ – ich nenne es „Montagsimbiss“ und setze die Portionsangabe auf „1“. Weiter geht es mit „Zutaten hinzufügen“ – leider über ein wenig ergonomisches Klappmenü mit einer riesigen Liste aller enthaltenen Nahrungsmittel, die man nach jedem einzelnen Bestandteil mühsam scrollend durchsuchen muss. Hat man sich entschieden, kann man immerhin die Menge grammgenau angeben! Statt der Kalbsleberwurst muss ich allerdings „Wurstwaren, Leberwurst, mager“ wählen. Fruchtaufstriche gibt es auch nicht, nur Konfitüren, und Mais kennt das Programm nur gekocht, roh und in Dosen, nicht aber im Glas.

Nachdem ich alles einsortiert habe, bleibe ich einen Moment ratlos: kein hilfreicher „Ausrechnen-Button“ ist in Sicht und wer jetzt einfach nochmal speichert, fügt unwillentlich dem Rezept noch 100 Gramm Ölsamen hinzu. Der richtige Link findet sich im Seitenmenü: Nach dem Klick auf „Nährwerte anzeigen“ wird mir eine beeindruckende Ergebnisliste gezeigt: 501,1 kcal insgesamt, dazu Nährwerte wie Fett, Eiweiß, Kohlehydrate, aber auch Mineralien und Vitamine – eine tolle Sache, allerdings etwas arbeitsintensiv!

Zum Vergleich teste ich noch einen dritten Kalorienrechner:  auf omnedas Lightversion (nur sie ist ohne Registrierung zugänglich) muss ich sogar auf zwei der umfangreichen Klappmenüs meine Auswahl treffen,  einmal für die Kategorie, einmal für das Nahrungsmittel selbst. Die Sortierung macht das Auswählen allerdings nicht einfacher, denn fast alle Produkte sind mit ihren Markennamen einsortiert – und natürlich umfasst die Liste nur einen Bruchteil der im Handel erhältlichen Produkte! So kennt der Rechner „Abba Kalles Kaviarpaste“, nicht aber eine Gewürz- oder Delikatessgurke – schade.  Statt Himbeerfruchtaufstrich muss ich auch hier Konfitüre wählen und die „Maiskolben Bonduelle“ sind nicht dasselbe wie meine Kölbchen im Glas – egal, letztlich hab’ ich alles drin außer der Gurke. Mein Imbiss kommt laut omneda-Rechner auf 506 Kalorien (kcal ) – etwas mehr als bei denutritiv, trotz Wegfall der Gurke. 

Fazit: Mein Favorit ist der Rechner von denutritiv.de, doch würde ich mir zur Auswahl der Produkte die übersichtliche Listenversion der AOK wünschen, die wesentlich moderner wirkt und leichter zu benutzen ist.

Ob ich diesen Kalorien-Check nun täglich vornehmen werde, bleibt abzuwarten:  ich versuche es jedenfalls mal und setze auf die motivierende und gleichzeitig disziplinierende Wirkung dieser Beobachtung des eigenen Ess-Verhaltens. Für das wiegen der Lebensmittel benutze ich eine digitale Küchenwaage, mich selber wiege ich nicht, will die Veränderung lieber an den Klamotten spüren!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 25. November 2008 um 12:07 Uhr in Gesund leben & ernähren | 9200 Aufrufe


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Kommentare:

Kalorienzählen macht zwar allemal Spass, aber es gibt bessere und einfachere Methoden zum Abnehmen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur Metabolic Balance empfehlen - unbedingt ausprobieren (da sind die 3 Kilo in 1 Woche weg und kommen auch nicht wieder).

raha am Dienstag, 25. November 2008 um 16:25 Uhr

Hallo Christiane, bin soeben auf deine 3Kilo-Mission gestossen und wünsche dir viel Erfolg dabei. Du packst das :) Wäre schön wenn du uns auf dem Laufenden hälst, damit wir sehen, ob das aufschreiben&aufpassen;überhaupt lohnt :)

Grüßle,
Claudi

Claudia am Donnerstag, 27. November 2008 um 01:37 Uhr

@raha: ich habs mir angesehen: sowas ist echt nichts für mich, denn ich will mich nicht an Ernährungspläne halten. Das Wissen um förderliche und fett machende Nahrungsmittel hab ich durchaus drauf, es reicht völlig, wenn ich “mitschreibe” und einen gewissen Ehrgeiz entfalte, unter dem Energie-Bedarf zu bleiben - was, wie ich grade merke, ein Leichtes ist, ganz ohne Hungern. Und: 3 Kilo in einer Woche abnehmen ist ungesund!!!!

@Claudia: ich denke auch, das geht! Das mit dem Aufschreiben motiviert schon sehr!

Christiane Bach am Donnerstag, 27. November 2008 um 09:18 Uhr


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