Angeregt durch meine Kollegin Britta Lutz, die gerade über “die größten Sauna-Fehler” berichtete und wie man sich damit den Sauna-Besuch verleidet, will ich einen wichtigen Punkt ergänzen:  Während des Saunagangs sollte man schweigen, sich auf die sinnlichen Geschehnisse konzentrieren und den Kopf leer werden lassen. Also nicht mit dem Geschäftspartner über die anliegenden Pläne reden, oder mit der Liebsten über das Restaurant, das man hinterher besuchen möchte - all das stört nicht nur andere Saunagäste, die gezwungenermaßen dem Inhalt der Rede folgen müssen, es verhindert auch eine wirklich ganzheitliche Entspannung. Denn dazu gehört eben auch der Geist, nicht bloß der Körper.

Früher hing in jedem Saunaraum ein entsprechendes Schild, das die Gäste zum Schweigen aufforderte. Heute übernimmt das ab und an (leider viel zu selten!) der Saunameister, der den Aufguss macht. Zumindest wenn der heiße Dampf den Raum erfüllt und die gefühlte Temperatur drastisch ansteigt, während ein interessanter Duft unsere Nasen betört - ja bitte, wer will denn da noch quatschen?

Tatsächlich erlebe ich immer wieder Menschen, die offensichtlich keine Stille mehr ertragen können, schon gar nicht, wenn sie zu mehreren kommen. Da muss jede Minute kommuniziert werden, egal, wie gut oder schlecht das in die Umgebung passt. Es hilft auch wirklich gar nichts, wenn sie die Stimme senken und versuchen, wenigstens ganz leise zu reden. In einem ansonsten stillen Saunaraum heftet sich die Aufmerksamkeit ganz automatisch an jeden Ton, ob man das nun möchte oder nicht. Ohne Konkurrenz durch andere Töne kann selbst Flüstern sehr laut wirken!

Ich wünschte mir an diesem Punkt mehr Engagement von den Betreibern öffentlicher Saunen. Im Grunde liegt es an ihnen, ob und wenn ja welche “Sauna-Kultur” sie durchsetzen. Vielleicht ist das Problem ja gar nicht so im Bewusstsein, weil sich selten jemand beschwert. Man leidet eher vor sich hin und denkt höchstens: nächstes Mal geh’ ich woanders hin…

Warum also nicht mal wieder “mehr Regelung wagen”? Wenn sich heraus stellen sollte, dass viele in der Sauna eben gerne laute Reden schwingen und nicht darauf verzichten wollen, wäre doch vielleicht ein Kompromiss möglich:  An geraden Tagen darf gequatscht werden, an ungeraden nicht. Dann weiß jeder, woran er ist und kann am passenden Tag kommen. Und alle wären zufrieden!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Freitag, 05. Februar 2010 um 10:13 Uhr in Wellness: Erfahrungen | 4745 Aufrufe

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