Der Trend kommt aus den USA, wo die erstaunliche Beere als verblüffender Party-Spaß genutzt wird: Hat man von der selber recht geschmacklosen Wunderbeere genascht, schmeckt für mindestens eine Stunde (oft auch deutlich länger) alles Saure angenehm süß. Zitronen munden wie leckere reife Orangen, Pampelmusen brauchen keinen Zucker, verregnete Erdbeeren gewinnen köstliche Süße - scheinbar, denn die “Wunderbeere” verändert nicht die Speisen, sondern manipuliert den Geschmackssinn. Das Erlebnis ist irritierend und für Kinder ein echtes Kindergeburtstagsabenteuer, Erwachsene liebäugeln mit dem Kalorien sparenden Effekt, wenn die “Lust auf Süßes” auch durch Saures befriedigt werden kann.

Der Stoff, der das Wunder bewirkt, ist das Miraculin, ein Glycoprotein, das keine Hitze verträgt. Während der Wirkung schmeckt nicht nur Saures süß, sondern auch Scharfes: Selbst Tabascosauce oder Chilischoten können ohne Tränen in den Augen pur gegessen werden, schreibt Wikipedia. Einen ausführlichen Video-Bericht über den Wunderbeerenboom in den USA kann man sich auf Youtube anschauen und zusehen, wie mutige Tester ein Menü aus Zitronen, Senf und Tabasco zusammen mit einem Gläschen Essig genussvoll verspeisen.

Die Wunderfrucht, die es mittlerweile auch in Tablettenform gibt, ist allerdings nicht nur ein Partyspaß: Gesund.co.at beschreibt die Beere als “Wunderpille für Diabetiker”: “Miraculin könnte zukünftig als kalorienarmer, für Diabetiker geeigneter Süßstoff genutzt werden, und Diätwillige in der ganzen Welt können hoffen, dass die Wunderbeere bald Zucker ersetzt und so beim Abnehmen hilft. Diabetiker hätten eine Alternative zu künstlichen Süßstoffen, die nicht selten einen unangenehmen Nachgeschmack haben und zudem appetitanregend wirken können.” In der EU ist allerdings Miraculin und auch die Wunderbeere nicht als Nahrung- oder Süßungsmittel zugelassen. Pflanzenfreunde können den Beerenbusch jedoch als Zimmerpflanze kultivieren, müssen dann allerdings Geduld haben: es soll über drei Jahre dauern, bis man die ersten Früchte ernten kann.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 07. Februar 2010 um 11:32 Uhr in Gesund leben & ernähren | 3810 Aufrufe

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