Krampfadern sind längst zu einem großen Problem in der Bevölkerung geworden. Heute leiden etwa jede zweite Frau und auch schon ein Viertel aller Männer unter Krampfadern. Doch wie entstehen sie eigentlich und was kann man dagegen tun?

Dafür muss man sich den Blutkreislauf im Körper näher betrachten. Auch das Blut aus den Beinen muss wieder zurück zum Herzen transportiert werden. Bekanntermaßen fließen Flüssigkeiten nicht nach oben, genau das muss das Blut aus den Beinen aber tun. Dafür unterstützt das Herz es, indem es eine Sogwirkung ausübt. Diese wird verstärkt, indem der Brustkorb beim Atmen einen Unterdruck erzeugt. Zusätzlich spannen sich die Muskeln in den Waden beim Laufen an, so kann das Blut zum Herzen hin gepresst werden.

Damit das Blut nicht zurück in die Beine fließt, kommen so genannte Venenklappen zum Einsatz. So kann auch eine erschlaffte Wadenmuskulatur umgangen werden. Mehr als 100 Venenklappen befinden sich dabei in jedem Bein und sorgen für einen reibungslosen Blutkreislauf.

Wenn das Venensystem des Körpers nun erkrankt, kann ein zu hoher Druck entstehen, der die Venenwände überdehnt. Dadurch schließen die Venenklappen nicht mehr richtig und das Blut sackt häufiger wieder nach unten in die Beine, anstatt zum Herzen transportiert zu werden. Das Blut staut sich in den Knöcheln, Beinen und Unterschenkeln. Dies wiederum führt zu Wasseransammlungen in den Beinen, zu Schmerzen und einem Spannungsgefühl. Schweregefühl, Juckreiz, Hautveränderungen und Brennen an den Beinen sind ebenfalls Begleiterscheinungen, genauso, wie dicke Adern, die bläulich hervortreten. Die Krampfadern sind entstanden, die als Aussackung von Venen gelten. Leider lassen sie sich nicht rückgängig machen.

Heute ist man in der Forschung um die Krampfadern schon ein ganzes Stück weiter. Man geht davon aus, dass vier Fünftel aller Patienten Krampfadern von den Eltern geerbt haben. Die übrigen 20 Prozent leiden unter Gefäßerkrankungen und Folgen anderer Erkrankungen. Ebenfalls gelten Schwangerschaften als Ursachen für Krankheiten, hormonelle Umstellungen in den Wechseljahren oder durch die Antibabypille. Einseitige Körperbelastungen, wie sie in vielen Berufen üblich sind, etwa dauerndes Stehen oder Sitzen, können Krampfadern begünstigen. Gleiches gilt für Übergewicht.

Doch wie kann man den ungeliebten Krampfadern nun vorbeugen? Generell sollten dauerhaftes Stehen oder Sitzen soweit wie möglich vermieden werden. Im Job lohnt es sich, einige Arbeitsutensilien weiter weg aufzubewahren, so dass man gezwungen ist, aufzustehen. Die Beine sollten nach Möglichkeit häufig hoch gelagert werden und mittels Bewegungstherapie und dem so genannten Venenwalking kann Krampfadern ebenfalls vorgebeugt werden. Weiterhin sollten Übergewichtige ihr Gewicht reduzieren. Außerdem kann sich Wärme auf Krampfadern auswirken, weshalb heiße Bäder oder Sonnenbäder vermieden werden sollten. Die alternative Medizin empfiehlt zudem morgendliche kalte Beingüsse, wie sie von Kneipp bekannt sind. Eine spezielle Hautpflege mit Cremes oder Lotions ist ebenfalls wichtig. Sollten starke Schmerzen in den Beinen auftreten, ist der Arztbesuch unverzichtbar.


# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Montag, 04. Juni 2012 um 05:39 Uhr in Gesund leben & ernähren | 5362 Aufrufe

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Kommentare:

Diese Krampadern können schon nerven, dies ist mir durch einige Bekannte die draunter leiden müssen schon zugetragen wurden. Dieser Beitrag hat für mich endlich mal etwas Licht ins Dunkle gebracht, sehr gut geschrieben. Freue mich auf weitere so interessante Beiträge!

Marcell am Freitag, 31. Mai 2013 um 09:58 Uhr


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