Dreieinhalb Stunden anstrengende Bewegung pro Woche, viel Obst und Gemüse, dazu Getreide, aber wenig Fleisch:  so können normalgewichtige Nichtraucher ihr Risiko, an den typischen Zivilisationskrankheiten (Bluthochdruck, Depressionen, Diabetes, Fettsucht, Heuschnupfen, Krebs) zu erkranken, um sagenhafte 78% senken!  Dies ist eine der nicht ganz neuen Botschaften der Sendung “Bizeps, Trizeps & Co. - Wie unsere Muskeln unser Leben beeinflussen”, die gestern auf 3Sat lief. Ich rate dennoch allen Mitlesenden, sich den Film anzusehen, so lange er noch in der Mediathek ist: er motiviert unglaublich, sich mal wieder aufzuraffen und den Muskeln Arbeit zu geben, auf dass sie uns gesund erhalten.

Im Film aus der Reihe “Hitec” wird nämlich untersucht, wie es eigentlich dazu kommt, dass Muskelarbeit so extrem gesundheitsfördernde Wirkungen hat. Dabei fanden Wissenschaftler in Dänemark heraus, dass die Muskeln Botenstoffe erzeugen, die alle anderen wichtigen Organe beeinflussen, die sogenannten “Myokine”. Bente Klarlund Pedersen, Internistin am Reichshospital Kopenhagen, erläutert das so: “Wenn man seine Muskeln nicht trainiert, dann produziert man auch nicht genügend Myokine. Beim Muskeltraining, kommen Myokine aus dem Muskel und beeinflussen alle anderen Organe. Sie gehen zum Fett und verbrennen genau das Fett, dass an den falschen Stellen sitzt. Sie beeinflussen die Gefäße und auch die Leber und halten sie gesund. Myokine beeinflussen sogar das Gehirn und schützen vor Demenz.” (3Sat: Das wichtigste Stoffwechselorgan).

Stichwort Gehirn: Bisher war man der Meinung, sportliche Betätigung halte im wesentlichen den Körper gesund, habe aber nichts mit den kongnitiven Leistungen des Gehirns zu tun. Ein Irrtum, der in einem weiteren interessanten Schwerpunkt der Sendung ausgeräumt wird. Denn die genannten “Myokine” wirken auch aufs Gehirn und regt dort den Aufbau neuer Gehirnzellen und Synapsenverbindungen an. Sportwissenschaftler aus Köln haben nun in Kooperation mit Neurowissenschaftlern der Universität Bonn untersucht, wie Ausdauertraining in verschiedenen Tests die Lernleistungen verbessert. Fazit: “Je trainierter die Probanden sind, desto besser schneiden sie bei den Tests ab. Noch sind die Studien nicht abgeschlossen, doch schon heute sind die Vorteile von Ausdauersport offensichtlich.” (Mehr dazu im Artikel “BDNF - Dünger für das Gehirn” auf 3Sat).  Wenn ich mir angesichts dieser Erkenntnisse vor Augen führe, was für eine vernachlässigte Stellung der Sportunterricht in der Schule hat, dann weiß ich, wo “Investitionen in die Bildung” hauptsächlich ansetzen müssten!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 01. Juni 2010 um 07:52 Uhr in Gesund leben & ernähren | 4445 Aufrufe


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