Mit dem sogenannten “Kummerspeck” hatte der Volksmund immer schon ein treffendes Wort für das, was Ernährungswissenschaftler in den letzten Jahrzehnten umfangreich erforscht haben:  Wir essen nicht nur, wenn wir Hunger haben, sondern auch, um uns wohler zu fühlen. Stress, Unsicherheit und Nervosität, Frustrationserlebnisse aller Art verführen zum schnellen Trost mittels zucker- und kohlehydratreicher Nahrungsmittel - das Glücksgefühl, das aus der Schokolade kommt, wer kennt es nicht?


Auf der Website des Magazins “Gehirn & Geist” fand ich einen umfangreichen Artikel, der einen guten Überblick über Geschichte und Stand der Forschung zum “emotionalen Essen” vermittelt. Mir ist bei der Lektüre klar geworden, warum ich es partout nicht schaffe, mal eine Zeit lang den Kohlehydrat-Anteil am Essen deutlich herunter zu fahren: binnen weniger Tage vermisse ich was, fühle mich irgendwie “unrund” und es endet gerne mal in einem kleinen Exzess mit schrecklich “ungesunden” süßen Stückchen vom Bäcker! Mein Ziel, durch eine phasenweise Eiweiß-lastige Ernährung schnell mal ein paar Pfunde loszuwerden, ist so nicht zu erreichen: Ein Leben ohne Brot, Nudeln, Pizza und Pasta senkt meine Laune deutlich und ist damit kontraproduktiv. Selbst wenn ich diszipliniert genug wäre, um durchzuhalten: was bringt mir die “schlanke Linie” wenn sie mit gemindertem Wohlbefinden erkauft ist?


Es bleibt also nur der mühsamere Weg gesteigerter Achtsamkeit:  Ich bleibe bei abwechslungsreicher Ernährung, versuche aber, Frust- und Stress-Erlebnisse nicht mit dem Gang zum Kühlschrank oder dem schnellen Riegel zu beantworten. Frische Luft, ein kleiner Rundgang um den Block oder ein paar Atem- oder Yoga-Übungen auf dem Balkon heben die Laune nachhaltiger als der dick und müde machende “Zuckerschub” - man muss es halt TUN und nicht erst groß drüber nachdenken!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Samstag, 24. November 2007 um 09:08 Uhr in Gesund leben & ernähren | 3228 Aufrufe


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