Manchmal wundere ich mich über die Überschriften, mit denen Artikel überschrieben werden, die so ziemlich vom Gegenteil dessen handeln, um was es dann geht. So beklagt eine Presseerklärung der in der Arbeitsmedizin engagierten TÜV SÜD AG unter der Headline “Wellness-Oase Büro?” zu Recht die noch immer weit vom gesunden Soll abweichende Situation vieler, die in den Büros unseres Landes vor Bildschirmen sitzen: “Laut Statistischem Bundesamt arbeiten in Deutschland über 17 Millionen Menschen täglich am Computer, doch nach Schätzungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erfüllen rund 3,6 Millionen der Büroarbeitsplätze nicht einmal die gesetzlichen Mindestanforderungen.”

Kopfschmerzen, entzündete Handgelenke (RSI), Nackenverspannungen und Rückenschmerzen sind die Folgen nicht ergonomischer Arbeitsplätze, von den Wirkungen auf die Qualität der Arbeit ganz zu schweigen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, welch krasse Folgen falsche Sitzhaltungen und ein nicht richtig eingestelltes Equipment haben kann: vor einigen Jahren konnte ich mit der rechten Hand keine Maus mehr bewegen, so heftig hatte sich ein RSI-Syndrom im Oberarm entwickelt. Ich musste auf links umstellen, mir einen neuen Bildschirm zulegen und lange experimentieren, um eine weniger schädliche Haltung zu ermöglichen.

Die Experten von TÜV SÜD Life Service beraten Unternehmen, wie sie mit einfachen Mitteln die Situation ihrer Mitarbeiter verbessern und so Krankheiten und Ausfällen vorbeugen können. Mit Erfolg: “Von den Unternehmen, die im Rahmen der Bildschirmarbeitsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales Arbeitsplatzverbesserungen durchgeführt haben, konnten 10 Prozent einen Rückgang der krankheitsbedingten Ausfälle verzeichnen.”

Der richtige Monitor und individuell einstellbare Bürostühle sind dabei nur ein erster Schritt: Es sei vielen Arbeitnehmern gar nicht bewusst, wie sie selbst zu einer besseren Arbeitsplatzsituation beiträgen können, meint Dr. Olaf Otto von TÜV SÜD. Empfehlenswert sei es, einen “Ergonomie-Tag” zu veranstalten, an dem alle über die technischen Möglichkeiten informiert werden, aber auch zu einem verantwortungsvolleren Verhalten angeregt werden sollen.  Der Arbeitsplatz sollte nach dem eigenen Geschmack gestaltet werden:  Pflanzen aufstellen, Bewegungspausen einlegen, öfter mal die Räume lüften - all das sind kleine Dinge, die jedoch große Wirkung für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz entfalten.


Im Web finden sich darüber hinaus viele Tipps für Bewegungs- und Entspannungsübungen, die man am Arbeitsplatz ausführen kann. Zum Beispiel das “Kurzprogramm fürs Büro” der TK, das nur drei Minuten benötigt. Im Fitness-Blog finden sich Übungen, die ein wenig fordernder sind, doch ebenfalls gut geeignet, dem reglosen Sitzen über viele Stunden etwas entgegen zu setzen.

Eigentlich alles ganz einfach - nur muss man sich eben tatsächlich dazu aufraffen!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 16. September 2009 um 04:08 Uhr in Prävention | 4707 Aufrufe

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