Yoga ist ja lange schon nichts Exotisches mehr. Krankenkassen übernehmen sogar teilweise die Kosten, da der Nutzen für Gesundheit und Wohlbefinden 1000fach bewiesen ist. Viele verschiedene Schulen konkurrieren um potenzielle Kunden, und auch die Fitness-Center bieten verstärkt Yoga an, wenn auch oft in deutlich reduzierter Form: schneller, mehr auf Kraft und Beweglichkeit ausgerichtet als auf meditative Achtsamkeit auf den Körper und seine Grenzen.

Eine sehr positive Erfahrung berichtet Nicole von Wellness komplett, die gerade einen 10-tägigen Schnupperkurs hinter sich hat, die “wie im Flug” vergingen: “Die ständige Bewegung, die Meditation im Studio und die neuen Erfahrungen haben, das kann ich behaupten, eine Schleuse für mich geöffnet. Irgendwie hat es “Klick” gemacht. Ich beobachte nicht mehr nur meine Umwelt, sondern auch mich. Ich lebe und erlebe bewusster, ich ernähre mich bedachter, ich habe mehr Energie. Ich bin süchtig.”

Herzlichen Glückwunsch! Solche begeisterten Berichte tragen dazu bei, auch anderen den Start leichter zu machen. Dass es auch Einbrüche gab, wird ebenfalls nicht verschwiegen: “Da gab es Situationen im Trainingsraum, in denen ich meine Grenzen ganz persönlich kennen lernte. ... Ich verstand plötzlich, dass Bewegung auch Übelkeit hervorrufen kann. Und ich verstand, dass man auch diese Situationen überwinden kann. Das stärkt nicht nur das Bewusstsein darüber, dass wir doch mehr können, als wir uns zutrauen, sondern zeigt in aller Deutlichkeit, dass es sich lohnt, mit und gegen vermeintliche Blockaden zu kämpfen.”

Genau das ist es, was mich immer wieder Kritik am “Fitness-Center-Yoga” üben lässt. Meist sind dort so viele Übende, dass der Anleiter gar nicht alle im Auge haben kann und sehen, wie es dem Einzelnen geht. Und es wird schon mal ein wenig “gehetzt”, als wäre man in einem Aerobic-Kurs.

Das ist dann zwar Sport, aber nicht wirklich YOGA, wo es gerade nicht darum gehen soll, die eigenen Grenzen zu überschreiten, sondern sie durch achtsames Beobachten kennen zu lernen und langsam zu verschieben: Ohne Ehrgeiz in eine Übung so weit hinein gehen, wie es gerade geht, also VOR der Grenze zum Schmerz stoppen. Dann in der Haltung verharren und alles entspannen, was für die Aufrechterhaltung der Stellung nicht nötig ist. Anfänger halten die Stellung etwa vier bis maximal sieben Atemzüge und lösen sie dann wieder. Danach sollte ebenso lange pausiert werden, wie die Übung gedauert hat, damit Körper und Geist die neue Erfahrung auch richtig verarbeiten können. Zudem sind diese Momente “danach” unglaublich genussvoll!

Es lohnt sich, länger nach einer geeigneten Yoga-Schule zu suchen. Das Verzeichnis beim Bund Deutscher Yogalehrer (BDY) kann z.B. dabei helfen: hier sind nur Lehrer aufgeführt, die eine intensive, mehrjährige Ausbildung hinter sich haben.

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 18. Mai 2008 um 13:54 Uhr in Gesund leben & ernähren | 2146 Aufrufe


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