Allüberall knallen an Silvester die Korken, doch beschränkt sich der Alkoholkonsum in diesen Tagen meist nicht auf die Zeit rund um Mitternacht.  Tipps, wie man nach einer durchzechten Nacht wieder halbwegs auf die Beine kommt, gibt es zu Hauf: das morgendliche “Konterbier”, Calcium, Traubenzucker - jeder schwört auf ein anderes Mittelchen, doch das meiste davon ist reiner Humbug. Der Alkoholabbau dauert so lange, wie er eben dauert, dagegen ist kein Kraut gewachsen. Oder doch? Manche Homöopathen empfehlen gegen Katerbeschwerden Nux Vomica, die Brechnuss (!), die gegen Kopfschmerzen und Übelkeit helfen soll.

Im Berliner Stadtmagazin ZITTY lese ich zur Katerproblematik, dass man bereits während der Party etwas gegen die Spätfolgen unternehmen solle: nicht zu viel Verschiedenes durcheinander trinken, wenn Cocktails, dann nur solche auf gleicher Alkoholbasis - na klar! die Tipps à la “Wein auf Bier, das rat ich dir” haben mich noch nie vor einem Kater bewahrt! 
Zwischen den geistigen Getränken viel Wasser zu trinken, damit nicht aus bloßem Durst mehr Alkohol konsumiert wird, als für die gewünschte Wirkung erforderlich ist, klingt logisch. Dazu Salzstangen, Nüsse, salzige Naschereien für die Elektrolyte - das wissen wir spätestens seit dem wundervollen Film “Herr Lehmann”, der die Kreuzberger Kneipenszene der 80ger so witzig und gleichzeitig abgründig vorführte.

Süßigkeiten sind zu meiden, wenn man verhindern will, dass einem des Morgens der Kopf schier zerspringt. Der Abbau von Ethanol, der für den Kater verantwortlich ist, wird durch Zucker gehemmt. Und natürlich gilt: Ein gut gefüllter Magen verträgt Alkohol besser!

Wacht man morgens (bzw. mittags, nachmittags…) auf und der Kater ist da, hilft nur Ruhe und Aussitzen, bzw. weiter schlafen. Man ist sowieso zu nichts in der Lage und der Magen verträgt höchstens eine salzige Gemüsebrühe. Magnesium entspannt ein wenig und lindert dadurch eventuell auch die Kopfschmerzen. ZITTY empfiehlt auch Roibuschtee mit einem Teil heißem Apfelsaft und frischem Ingwer, der die Regeneration unterstützen soll. Kaffee, Tee und Orangensaft überfordern dagegen den Magen, den Nachdurst löscht man also besser mit Wasser.

Ist der Magen wieder aufnahmefähig, stellt sich oft die Lust auf fettes Essen ein. Dazu gehört das klassische Katerfrühstück mit Rollmops, manche schlagen richtig zu und schrecken vor Eisbein mit Sauerkraut nicht zurück. Es schadet nicht, diesen Gelüsten zu folgen, zeigen sie doch, welche Stoffe der Körper jetzt benötigt.

Zum Ende des Katertags folgen die Reinigungsrituale: Exzessives Duschen oder das große Wellness-Bad mit entspannendem oder anregendem Badezusatz und guten Düften. Ein Spaziergang bringt den Kreislauf wieder in Schwung und endlich stellt sich das Gefühl der Normalität wieder her, das nach einem solchen Tag geradezu paradiesisch empfunden wird.

Wer all das vermeiden will, kann einfach weniger trinken - aber zugegeben, in unserer Jahreswechsel-Feierkultur ist das gar nicht so leicht!

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich wundervolle Feste und einen guten Rutsch!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Sonntag, 31. Dezember 2006 um 11:31 Uhr in Prävention | 5014 Aufrufe

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