Eine Form von Wellness kann auch die Schrothkur sein. Sie geht zurück auf den Fuhrmann Johann Schroth. Vor gut 200 Jahren litt er an einem verletzten Knie, doch alle Versuche, es zu behandeln, misslangen. Eines Tages versuchte er es mit feuchtkalten Wickeln und seine Beschwerden verschwanden. Daraufhin entwickelte Schroth den Ganzkörperwickel, eine strenge Diät und viel Trinken als eine Art Kur.

So entwickelte man bereits 1829 die Schrothkur im schlesischen Niederlindewiese, heute als tschechisches Dolni Lipová bekannt. Populär wurde die Anwendung allerdings erst durch die Anwendungen in Oberstaufen vom schlesischen Arzt Hermann Brosig. Nach seiner Kriegsgefangenschaft 1947 kehrte er nicht zurück in die russische Besatzungszone, sondern ließ sich in Oberstaufen nieder.

Die Schrothkur – eine lange Entwicklung

Dort führte er über 30 Jahre lang Schrothkuren durch. Damals galt Oberstaufen noch als sehr abgelegen und war wenig bekannt. Doch es wurde bereits 1956 als erster deutscher Schrothkurort anerkannt. 1969 gelang es dem Ort auch noch, den Beinamen Heilklimatischer Kurort zu erlangen. 1991 verlieh man Oberstaufen den Titel Schroth-Heilbad, bis heute ist der Ort der einzige in ganz Deutschland, der diesen Titel trägt.

Die Schrothkur ist vielfältig einsetzbar

Mittlerweile setzt man die Schrothkur auch nicht mehr nur bei Kniebeschwerden aller Art ein, sondern genauso bei zahlreichen anderen Erkrankungen. So verspricht man sich Erfolge bei Erkrankungen des vegetativen Nervensystems, bei somatoformen Störungen, wie Kopf- und Rückenschmerzen, Übelkeit, Schweißausbrüchen, Herzrasen und sogar depressiven Verstimmungen. Formal gesehen gibt es für diese somatoformen Störungen keine organischen Erkrankungen. Die Schulmedizin stößt daher bei der Behandlung an ihre Grenzen.

Die Schrothkur dagegen hat einen anderen Ansatz. Im Kern setzt sie auf vier Säulen: Die Diätkost, die Wickel, die Trinkverordnung sowie den Wechsel von Bewegung und Ruhe. Ziel ist es, den Körper von überschüssigen Säuren und Schadstoffen zu befreien, also zu entschlacken. Meist kommt es bei der Schrothkur auch zu einer Gewichtsreduktion, wenngleich diese nicht von langer Dauer ist und keinesfalls im Vordergrund der Behandlung steht.

 

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 28. Januar 2016 um 06:38 Uhr in Medical Wellness: Therapieformen | 304 Aufrufe

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