Bereits im letzten Teil haben wir über zahlreiche Bier-Mythen aufgeklärt und gezeigt, warum viele von ihnen schlicht und ergreifend nicht stimmen. Doch längst sind dabei noch nicht alle Bier-Mythen ans Licht gekommen. Daher wollen wir heute weitere Mythen rund um den Gerstensaft aufdecken.

 

Bier als Schutz fürs Herz?

 

Oft wird dem Bier eine schützende Wirkung auf das Herz nachgesagt und tatsächlich haben Studien belegt, dass der Bierkonsum das Risiko für einen Herzinfarkt um ein Drittel senken kann. Grund dafür könnte das gute HDL-Cholesterin sein, denn dieses steigt beim Biergenuss an. Dadurch verklumpen die Blutplättchen nicht so stark. Außerdem würden weitere Faktoren, die für eine Gefäßverengung und den Herzinfarkt verantwortlich sind, durch Bier positiv beeinflusst werden, heißt es. Zusätzlich betont man gerne, dass Bier B-Vitamine enthält, die ebenfalls gut für die Herzgesundheit sind, gelten sie doch als Gegenspieler der Aminosäure Homocystein.

 

Zu beachten ist dabei jedoch, dass Bier nur sehr geringe Mengen der B-Vitamine enthält. Während 100 Gramm Brokkoli zum Beispiel 90 Mikrogramm Folsäure, ein B-Vitamin, enthalten, sind in der gleichen Menge Bier nur fünf Mikrogramm zu finden. Daher überwiegen die Gefahren des regelmäßigen Bierkonsums und so wird nicht empfohlen, diesen zur Förderung der Herzgesundheit auszuweiten. Mehr als einen Viertelliter Bier sollten Frauen nicht pro Tag trinken, bei Männern gilt ein halber Liter als Grenzwert.

 

Bier stärkt das Immunsystem

 

Bier soll ebenfalls das Immunsystem stärken. Das will eine spanische Studie bewiesen haben. In dieser haben die Probanden jeden Tag 330 Milliliter (Frauen) bzw. 660 Milliliter (Männer) Bier getrunken – und das über einen Monat. Im weiblichen Blut konnten die Forscher dann eine erhöhte Aktivität bestimmter Abwehrzellen beobachten.

 

Allerdings wurden die täglichen Grenzwerte von einem Viertelliter bis einem halben Liter Bier überschritten und dieser erhöhte Alkoholkonsum schadet der Gesundheit eher. Wer also seine Abwehrkräfte stärken will, sollte weniger auf Bier, als vielmehr auf reichlich Obst und Gemüse setzen.

 

Diabetes-Risiko mit Bier senken?

 

In der so genannten EPIC-Studie, an der unter anderem das Deutsche Institut für Ernährungsforschung beteiligt war, ergaben sich Hinweise darauf, dass Bier das Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken, senken könnte. Allerdings hebt sich diese positive Wirkung bei regelmäßigem Bierkonsum wieder auf. Dieser führt nämlich zu typischen Risikofaktoren für die Zuckerkrankheit, wie Übergewicht, Veränderungen an den Organen und die Gewöhnung an den Gerstensaft.

 

Nierensteine los werden dank Bier

 

Vielfach wird Bier auch gerne getrunken, um Nierensteine damit auszuspülen. Fakt ist, dass Alkohol im Allgemeinen harntreibend wirkt. Das heißt, dass die Niere gut durchgespült wird, wodurch auch Steine mit ausgeschwemmt werden könnten. Allerdings trocknet der Körper nach dem Alkoholgenuss auch schnell wieder ein. Dadurch dickt der Urin ein und die Nierensteine könnten in der Folge sogar noch größer werden. Wenn, dann sollte man auf alkoholfreies Bier setzen. Dieses ist in seiner Zusammensetzung den Teilchen im menschlichen Blut sehr ähnlich. Außerdem enthält es die gesunden Bier-Bestandteile, verzichtet aber auf den gefährlichen Alkohol.

 

Schöner werden mit Bier

 

Ebenso soll Bier Haut und Haare schön pflegen. Grund dafür: Die enthaltenen B-Vitamine. Sie stehen in dem Ruf, die Poren zu verfeinern und das Bindegewebe zu stärken. Außerdem soll damit die Faltenbildung gebremst werden. Das stimmt zwar, allerdings sind die B-Vitamine in Bier nur in äußerst geringen Mengen enthalten, so dass kaum eine Chance auf Wirkung besteht. Besser sind daher Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte sowie Milch als Lieferanten für diese schönheitsfördernden Stoffe.

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Montag, 16. Juni 2014 um 08:05 Uhr in Gesund leben & ernähren | 907 Aufrufe

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