Dass das Rauchen nicht nur der Gesundheit und dem Befinden schadet, sondern auch die Wohnung nach kaltem Rauch und Asche stinken lässt, kennen alle, die vom Glimmstengel nicht lassen können. Über den Sommer kann ich Fenster und Balkontüre offen lassen, da fällt es nicht so auf und nichtrauchender Besuch ist möglich, ohne erst umfangreiche Reinigungsrituale mit Räucherstäbchen und Aromalampen zelebrieren zu müssen.

Im Oktober aber ist dann Schluss mit lustig: das übliche Quantum Zigaretten verwandelt die netteste Wohnung in eine stinkende Qualmhölle. Decken und Wände färben sich auf Dauer gelblich und geben einen optischen Eindruck davon, was in der Lunge passiert - ich will es nicht mehr sehen, nicht mehr riechen, ich will NICHT MEHR RAUCHEN!
Das hab ich mir nun seit dem Frühjahr vorgenommen und seit vier Wochen ist es Wirklichkeit: mein fünfter oder sechster Nichtrauch-Versuch - dieses mal zum Wohl des Raumklimas und des guten Duftes in den Zimmern - klappt bisher ganz gut. Zwar ist es ziemlich verrückt, sich von solchen Nebenaspekten motivieren zu lassen, doch was soll ich machen, wenn der vernünftige Hauptgrund, die drohenden Schäden und tödlichen Krankheiten, aufgrund ihrer Abstraktheit nicht so richtig wirken??? Schlechten Geruch kann ich dagegen sinnlich wahrnehmen, auch als Raucherin. Und im Grunde ist es ja schnuppe, mit welchem Motiv man es schafft - oder?

Da der totale Entzug von jetzt auf gleich bisher nicht lange gehalten hat, nehme ich dieses Mal Nikotintabletten, um dem “Schmacht” zu entgehen. Kaugummis und Pflaster haben sich als wenig nützlich erwiesen: das Pflaster berücksichtigt die oralen Bedürfnisse des Süchtigen nicht,  der Kaugummi reizt zum schnellen Zerkauen, was ganz falsch ist. Und beides ist fast genauso teuer wie das Rauchen, womit ein schönes und auch sehr KONKRETES Nebenmotiv sabotiert wird: das Geld sparen! Die 4mg-Nikotin-Tabletten nehme ich dagegen als halbe Tabletten über den Tag verteilt und brauche sehr viel weniger, als auf dem Beipackzettel steht. Locker komme ich mit 30 bis 50 Euro über den Monat, was nur ein Bruchteil dessen ist, was ich zuvor für Tabak und Zigaretten ausgegeben habe.

So bin ich also frei, mich von den verdammten Gewohnheiten und Rauchritualen zu entfernen. Die Nikotin-Zufuhr sorgt dafür, dass ich auch nicht zunehme - jedenfalls dann nicht, wenn ich nicht statt der Fluppe im Mund Süßzeug nasche. Doch mit Obst und Rohgemüse, zuckerfreien Pfefferminzbonbons und den Tabletten, die langsam im Mund zergehen, komme ich derzeit gut über die Runden.  Die Lunge fühlt sich schon spürbar besser, der Raucherhusten ist schon fast ganz weg - ich bin begeistert!

Wenn dann eine ruhigere Zeit kommt, werde ich probieren, die Tabletten nach und nach zu vermindern und dann abzusetzen. Auch Akupunktur soll gegen die Sucht ganz gut helfen. Sobald ich bereit bin, werde ich es ausprobieren!

# Link | Christiane Bach | Dieser Artikel erschien am Samstag, 07. Oktober 2006 um 07:40 Uhr in Prävention | 4330 Aufrufe

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