Viele Kinder bekommen jeden Abend das Verbot mit auf den Weg gegeben, abends nicht mehr heimlich unter der Bettdecke lesen zu dürfen. Damit würden sie sich die Augen kaputt machen. Doch stimmt das tatsächlich? Dazu muss man sich die Funktionsweise des menschlichen Auges genauer ansehen.

 

Wie funktioniert das Auge?

 

Das Auge lässt sich am besten mit einer Kamera vergleichen. Licht tritt durch die Pupille ins Auge ein. Im vorderen Teil befindet sich eine Linse, diese soll dafür sorgen, dass das Bild im hinteren Teil, also auf der Netzhaut, scharf dargestellt wird. Diese Linse am Auge lässt sich verformen, so dass sie nahe und ferne Objekte gleichermaßen gut erkennen kann.

 

Bei einem Blick in die Ferne wird die Linse flach, bei Objekten in der Nähe wird sie kugelig. So kann stets der richtige Fokus erreicht werden. Allerdings altert auch die Linse des Auges und sie verliert an Elastizität. Dadurch kann sie sich nicht mehr so stark verformen, wie in jungen Jahren. Gerade beim scharfen Erkennen von Objekten in der Nähe wird es dann Schwierigkeiten geben. Man spricht hier von der so genannten Altersweitsichtigkeit, die etwa ab Mitte 40 auftritt.

 

Neben dieser altersbedingten Fehlsichtigkeit kann aber auch der Augapfel für Probleme beim Sehen verantwortlich sein. In jungen Jahren wachsen der Körper und ebenso der Augapfel. Er kann allerdings zu lang werden oder auch zu kurz bleiben. Daraus ergeben sich Fehlsichtigkeiten, die oft schon im Kindesalter oder bei Jugendlichen auftreten.

 

Was passiert beim Lesen im Dunkeln?

 

Experten geben aber Entwarnung. Das Lesen im Dunkeln beeinflusst weder die Verformbarkeit der Linse, noch wirkt es sich auf das Wachstum des Augapfels aus. Zu beachten ist jedoch, dass Lesen bei Dämmerlicht anstrengender ist. Die Augenmuskulatur arbeitet auf Hochtouren, um bei geringen Lichtverhältnissen Buchstaben und Co. zu erkennen. Dadurch ermüden die Augenmuskeln schneller und die Sehkraft wird kurzfristig verringert. Nach einer erholsamen Nachtruhe am nächsten Morgen jedoch sind die Augenmuskeln wieder ausgeruht und die ursprüngliche Sehkraft kehrt zurück.

 

Trotzdem sollten gerade Kleinkinder nicht unbedingt jede Nacht über Stunden hinweg unter der Bettdecke lesen. Wer das nämlich über längere Zeit macht, läuft tatsächlich Gefahr kurzsichtig zu werden. Grund dafür: Der Augenmuskel befindet sich in der Wachstumsphase. Beim Dämmerungsssehen wird er kürzer, kann sich aber nicht mehr zurückziehen, so dass eine Sehschwäche bestehen bleibt. Diese ist jedoch sehr selten und nur unter extremen Umständen, wie jede Nacht stundenlang lesen, zu erwarten.

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 30. April 2014 um 07:15 Uhr in Gesund leben & ernähren | 1431 Aufrufe

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