Muscheln sammeln am Strand von Mallorca ist völlig normal. Dass aber auch einheimische Flüsse einige Muscheln zu bieten haben, ist den wenigsten bewusst. Dabei wurde erst jetzt bekannt, dass an der Mosel in Trier besonders viele Muscheln zu finden sind. Insbesondere die Sandbank an der Römerbrücke hat sich als ertragsreicher Fundort für Muscheln offenbart. Dabei gibt es jedoch Erstaunliches zu berichten: So sind es nicht etwa die einheimischen Muscheln, die an der Mosel besonders häufig entdeckt werden, sondern stammen sie aus Asien.

Die so genannten Körbchenmuscheln verbreiten sich seit einigen Jahrzehnten sehr stark in deutschen Gewässern, was unter anderem an ihrer Anspruchslosigkeit liegen dürfte. Meist werden sie über den Schiffsverkehr eingeschleppt. Schiffe, die ohne Ladung fahren, nutzen Meerwasser als Ballast, das an den Starthäfen aufgetankt wird. Am Ziel wird das Wasser wieder in die deutschen Kanäle abgelassen und darin befinden sich auch die Lebewesen und Mikroorganismen. Die Körbchenmuschel aus Asien stellt dabei nur wenige Ansprüche an ihre Umwelt, kann bis zu 5.000 Nachkommen produzieren und hat in Deutschland so gut wie keine Fressfeinde. Lediglich Waschbär und Ratte kämen als Fressfeinde in Frage.

Eine weitere Muschelart lässt sich an der Trierer Mosel mit etwas Glück ebenfalls finden: Die Flussmuschel, die auch aus Deutschland stammt. Sie ist allerdings mittlerweile vom Aussterben bedroht und wird genauso im Anhang der Roten Liste geführt. Die Flussmuschel, die als Große oder Gemeine Flussmuschel geführt wird, stellt hohe Ansprüche an die Gewässer, in denen sie sich aufhält. Aufgrund der verstärkten Düngung, dem Wegfall vieler Sandbänke und der Verschmutzung der Gewässer wird der Flussmuschel das Leben jedoch schwer gemacht. Ein kleiner Bestand hält sich in Rheinland-Pfalz noch, weil hier verschiedene Ufer- und Gewässerabschnitte der Mosel naturbelassen sind, um so bedrohte Arten zu schützen. Ob dies jedoch ausreicht, um die Flussmuschel vor dem Aussterben zu schützen, ist fraglich.

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Montag, 02. April 2012 um 05:40 Uhr in Weitere Empfehlungen | 2200 Aufrufe

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