Viele Menschen verspüren des Nachts einen großen Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel. Diese nächtlichen Essattacken werden im Englischen als Night Eating Syndrome (NES) bezeichnet. Problematisch werden solche nächtlichen Hungerattacken vor allem bei übergewichtigen Personen. Denn die erhöhte Energiezufuhr lange nach der letzten eigentlichen Mahlzeit sorgt dafür, dass Bemühungen, abzuspecken, zunichte gemacht werden. Morgens ist kein Appetit vorhanden und auch Schlafstörungen können die Folge sein. Langfristige Folgen zeigen sich noch deutlicher: Dauerhafte Unruhe und sogar Depressionen können hinzu kommen.

 

Wenn dann vorwiegend fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel verzehrt werden, wird es noch problematischer. Denn in diesen sind oft Einfachzucker enthalten. Sie lassen sich zwar einfach verwerten, aber bergen auch einen großen Nachteil: Mit ihnen steigt der Blutzuckerspiegel rasant an. Kurz darauf wird der Zucker in Fett umgewandelt und eingelagert. Der Blutzuckerspiegel fällt genauso schnell wieder ab und neue Hungerattacken sind dann keine Seltenheit.

 

Hormone verantwortlich für nächtliche Hungerattacken?

 

Damit ein gesunder, erholsamer Schlaf gewährleistet werden kann, sind zwei Hormone entscheidend: Melatonin und Serotonin. Letzteres ist ebenfalls als Glückshormon bekannt und laut aktuellen Untersuchungen zumindest teilweise mit für das Sättigungsgefühl verantwortlich. Dadurch kann Serotonin für Ruhe und Ausgeglichenheit sorgen. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass der Mangel an Serotonin nicht nur für Depressionen, sondern auch die nächtlichen Hungerattacken verantwortlich sein könnte. Dabei kamen die Experten darauf, indem sie NES-Patienten mit Antidepressiva behandelten und die Essstörungen verbessert wurden.

 

Grund ist die Wirkungsweise von Antidepressiva: So verhindern sie oftmals, dass Serotonin an den Synapsen wieder aufgenommen wird. Indirekt kommt es so zu einer Erhöhung des Serotoninspiegels im Zentralnervensystem.

 

Diese Nahrungsmittel können helfen

 

Nun gibt es auch einige Nahrungsmittel, die Serotonin enthalten. Allerdings kann deren Verzehr bei NES nicht helfen. Das Serotonin kann nämlich die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden. Dies gelingt jedoch dem Stoff Tryptophan. Dieser zählt zu den Aminosäuren und gilt im Körper als Basis zur Herstellung von Serotonin.

 

Milch und jegliche Milchprodukte weisen einen hohen Gehalt an Tryptophan auf. Sie können verzehrt werden, um den Serotoninspiegel im Körper zu erhöhen und so gegen NES vorzugehen. Weitere Lebensmittel, die Tryptophan enthalten, gibt es ebenfalls, wobei die Milch und Milchprodukte die bekanntesten sind. Aber auch eine allgemein gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen kann gegen die nächtlichen Hungerattacken hilfreich sein.

# Link | Britta Lutz | Dieser Artikel erschien am Montag, 22. Juli 2013 um 06:45 Uhr in Gesund leben & ernähren | 1183 Aufrufe

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