Gesunde Ernährung: Schuhbecks Küche der Gewürze
Nachem ich ihn in einer Talk-Show erlebt hatte, war ich hin und weg! Was für ein immenses Wissen über Gewürze und andere Lebensmittel, über die Auswirkungen der unterschiedlichen Zubereitungsarten und die verbreiteten Fehler, die dabei oft gemacht werden.
Alfons Schuhbeck ist seit Jahrzehnten engagierter Sterne-Koch, der sich in den Wissensbereich "Gewürze und Gesundheit" so richtig rein gearbeitet hat. Und die Begeisterung, die er zusammen mit seinem Wissen versprüht, ist ansteckend!
Mich hat er jedenfalls motiviert, mir sein Buch
"Meine Küche der Gewürze" sogleich zu bestellen. Binnen nur drei Monaten haben das immerhin schon 300.000 Leute gekauft, offensichtlich genauso fasziniert wie ich von den von Schuhbeck so beeindruckend vorgetraten Möglichkeiten, das Wohlschmeckende mit dem Gesunden zu verbinden.
Das umfangreiche, ansprechend bebilderte Kochbuch, das ich nun heute in Händen hielt, wiegt auf meiner Küchenwaage 1,66 Kilo - also schon mal viel zu schwer, um es locker auf dem Sofa oder gar im Bett zu durchstöbern. Als Geschenk macht es richtig was her, doch hätte ich es mir in "ergonomischerer" Form gewünscht. Egal, es kommt ja auf den Inhalt an - und der hat mich dann doch ein wenig enttäuscht. Gewiss, der lexikalische Teil "Gewürze und Kräuter von A bis Z" ist gut gemacht: Herkunft und Geschichte, Qualität und Inhaltsstoffe, Verwendung in der Küche und zum Schluss ein kleiner Absatz über "gesundheitsförderne Eigenschaften" - jedes Gewürz ist auf zwei Seiten auf diese Art portratiert. Eine informatorische Fleißarbeit, garniert mit einem Foto und einem persönlichen Schuhbeck-Tipp - es reißt mich nicht gerade vom Hocker.
Der große Rest des Wälzers ist dann ein ganz traditionell gegliedertes Kochbuch, mit Kapiteln über Vorspeisen, Suppen, Gemüse, Fisch, Fleisch, Desserts, Gebäck und mehr. Die Rezepte beschreiben eine Küche auf hohem Niveau, oft einigermaßen kompliziert, mit jeweils vielen Zutaten, einheimischen und exotischen Gewürzen und - wie in der Gourmet-Küche oft üblich - mit viel Butter und Sahne. Das hatte ich mir anders vorgestellt, nämlich mehr an den Gewürzen entlang geschrieben, die sich ja oft gegenseitig in ihren medizinischen Wirkungen ergänzen. Noch im Einleitungskapitel schreibt Schuhbeck über die "Häuptlinge" unter den Gewürzen, um die man eine Speise herum komponieren muss, doch von solchen Überlegungen ist in den Rezepten dann nichts mehr zu lesen.
Das Buch ist als
Kochbuch für Hobbyköche mit Anspruch sicher empfehlenswert. Wer aber eine intensive Auseinandersetzung mit Gewürzen in der Küche erwartet, vermittelt anhand verschiedender Rezepte, womöglich noch abgestimmt auf bestimmte Befindlichkeiten und Beschwerden, wird im Buch nicht finden, was er sucht.