Fränkische Bauern auf Kurs nach China
Die traditionelle chinesische Medizin, kurz TCM, ist heute Jedermann ein Begriff. Doch was die
TCM im fränkischen Bayern zu suchen hat, wissen die wenigsten. Seit einigen Jahren beschäftigen sich dort Bauern mit dem Anbau der Heilkräuter, die in der TCM eine besonders wichtige Rolle spielen. Statt Petersilie oder Liebstöckl, werden dort Dan-Shen, der Bruder des Salbeis, angebaut. In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft entstand das Projekt und wird jetzt von einigen Bauern mit besonderer Hingabe geführt.
Problematisch allerdings gestaltet sich der Anbau durchaus. Denn es muss auf jegliche Spritzmittel und ähnliches verzichtet werden. Dadurch wird den Bauern viel Handarbeit abverlangt. Außerdem stehen ihnen nur wenige Blätter und Samen zur Verfügung, auf denen eine kurze Angabe zur besten Pflanzzeit vermerkt ist. Dadurch wird zunächst auf kleinsten Parzellen ausprobiert, wo die Kräuter der TCM am besten gedeihen und was es bei der Pflege zu beachten gilt. Derzeit werden rund sieben verschiedene Kräuter angeboten, allerdings kennt die
TCM beispielsweise insgesamt mehr als 1.000 Kräuter. In 15 Jahren sollen etwa 30 Sorten zur Verfügung stehen, doch der Anbau ist langwierig und zeitaufwändig.
Außerdem rechnet sich das Ganze noch nicht. Zwar liegen die Preise zwischen sieben und 15 Euro für ein Kilogramm der getrockneten Kräuter, doch ist der Aufwand ebenso hoch. Erste Abnehmer haben die Bauern aber schon gefunden, meist handelt es sich dabei um Apothekengroßhändler. Das ehrgeizige Ziel hinter dem Anbau der chinesischen Kräuter besteht darin, den Kunden frische Produkte zu liefern, die keine langen Transportwege bedingen. Ebenfalls hoffen die Bauern auf einen weiteren
Boom der TCM in Deutschland, was keineswegs ein Irrglaube sein dürfte, schaut man sich die Entwicklungen der vergangen Jahre an.