Obwohl ich auch im Sommer gelegentlich die Sauna besuche und so die Abwehrkräfte stärke, passiert es mir immer mal wieder, dass ich mich erkälte: Mal nicht aufgepasst und auf der Suche nach dem Bademantel nackt bei offenen Fenstern durch die Wohnung gelaufen - schon ist es geschehen! Ein Kratzen im Hals zeigt mir schon bald an, dass es mich erwischt hat, und wenn ich Pech habe, ist tags drauf die Erkältung mit allem, was dazu gehört, voll im Gange.
Früher hab ich mich dann mit der üblichen Medikamentenpalette eingedeckt: Halstabletten, schleimhautabschwellende Mittel für die Nase, Fiebersenker und zeitweise so ein Hammermedikament, das verspricht, für 12 Stunden die Symptome komplett zum Verschwinden zu bringen. Heute bin ich weniger leichtsinnig im Umgang mit meiner Gesundheit und mache lieber gleich bei der ersten Anwandlung eine kleine Schwitzkur mit Lindenblütentee oder inhaliere China-Öl in Wasserdampf: das macht die Nase frei und mit etwas Glück kommt dann nicht mehr viel nach.
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sieht man Erkältung so: Kälte dringt in den Körper ein, die Poren schließen sich, damit nicht noch mehr Energie verloren geht. Aber auch die Kälte bleibt im Körper und deshalb fließt die Energie - das Chi - langsamer. Und je langsamer es fließt, desto eher kann es sich stauen, was dann binnen zwei bis drei Tagen zu übermäßiger Hitze führt, die sich in den typischen Hitzesymptomen zeigt: Fieber, schneller Puls, Durst und Halsschmerzen.
Der TCM-Arzt oder Heilpraktiker verordnet dann Tees und Tabletten, die Kälte, Wind und Feuchtigkeit wieder aus dem Körper vertreiben. Wer heftig Halsschmerzen hat, dem kann auch mit einer Akupunkturbehandlung geholfen werden. Da ich die Nadeln ein bisschen scheue, würde ich es zuvor noch mit Akupressur der Halspunkte versuchen wenn es nicht wirkt, ist immer noch Zeit für eindringlichere Methoden!